Wir sehen viel Leid, das ver­meid­bar wäre

Darum geht es


Die Arbeit der Kölner Uniklinik haben wir seit Beginn der Corona-Pandemie journalistisch intensiv begleitet. Als eine der führenden Forschungsinstitution in Deutschland hat sie wesentlich dazu beigetragen, schnell an Erkenntnisse zu gelangen und so mit dem Virus umzugehen, dass Schaden vermieden wird, wo es geht. In der vierten Welle stand das medizinische Personal, das aufgrund der vielen Covid-Patienten und der nachgeholten Operationen in den Sommermonaten seit März 2020 ohnehin an der Belastungsgrenze arbeiten musste, vor einer völlig neuen Herausforderung.

Fast täglich verweigerten ungeimpfte Patienten die Behandlung, entschieden sich gegen eine medizinische Versorgung und damit in letzter Konsequenz für den Tod. Wir haben die Arbeit auf der Intensivstation 4b, einer der am besten ausgestatteten Covid-Stationen in Nordrhein-Westfalen, zwei Wochen lang begleitet, um zu dokumentieren, wie die Lungenerkrankung Covid-19 sich fast zwei Jahre nach dem ersten Auftreten von SARS-Cov-2 als medizinische und gesellschaftliche Krise darstellt. Entlang der lokalen Gegebenheiten – Patienten, die aus vollen Stationen aus dem Umland verlegt werden mussten, des Pflegestreiks in Köln und der Aufnahme hochkomplizierter Fälle, mit denen kleinere Kliniken überfordert waren – haben wir versucht, die vierte Welle in ihren verschiedenen Ausprägungen möglichst greifbar zu machen.

Den Zugang wählten wir dabei neben einzelnen – anonymisierten – Patientenschicksalen vor allem über den Blickwinkel des medizinischen Personals, vom Pfleger über die Stationsärztin bis zum Oberarzt. Auch nach fast zwei Jahren Pandemie sind dabei neue Eindrücke entstanden, an deren Schilderung vor allem die Arbeit auf der Intensivstation für die Leserinnen und Leser greifbarer gemacht werden sollte. Der Fall einer schwangeren Patientin sowie das Ringen um die Verlegung eines jungen Patienten aus dem Umland ziehen sich daher als rote Fäden durch das Dossier.


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Autoren



Anna Westkämper

Anna Westkämper, Jahrgang 1995, ist seit 2020 Volontärin beim „Kölner Stadt-Anzeiger“. Im Rahmen ihres Bachelor- und Masterstudiums in Köln absolvierte sie Auslandssemester in Ungarn und den USA, wo sie ebenfalls journalistisch arbeitete. Ab August wird sie Redakteurin in der Lokalredaktion des KStA, wo sie sich mit gesellschaftspolitischen Themen, Stadtkultur und persönlichen Geschichten beschäftigen wird.

Fotocredit: Max Grönert

Paul Gross

Paul Gross, Jahrgang 1999, war von 2019 bis 2022 Volontär beim „Kölner Stadt-Anzeiger“. Seit März ist er Redakteur im Lokalressort, wo er sich insbesondere um kommunalpolitische Themen kümmert. Seit Beginn der Corona-Pandemie beschäftigt Gross sich für den KStA mit dem Virus und den politischen, gesellschaftlichen und medizinischen Auswirkungen der Covid-19-Erkrankung. Für diese Arbeit wurde er 2021 vom Medium Magazin in die „Top 30 bis 30“-Liste für junge Top-Talente im deutschen Journalismus aufgenommen.

Fotocredit: Csaba Peter Rakoczy